11.08.05

Zeitung schreibt über Harvard

Hallo,

bei meiner täglichen Pressesuche bin ich über einen Zeitungsartikel bezüglich Harvard gestolpert, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Er beschreibt die Situation eigentlich ziemlich gut, wie ich finde und dem gibt es nicht viel hinzuzufügen.

Den Link zum Artikel "Wenn Harvard das sehen könnte..."und zur Zeitung.org findet ihr hier und den Artikel von Josef Mair selbst in der folgenden Box.

Europa im amerkanischen Osten: das schicke Boston und das schlaue Cambridge - Die Spur der "Revoluzzer"

Boston/Massachusetts. Gelassen sitzt er da. John Harvard beobachtet das bunte Treiben. Erfahrene Studenten führen solche, die dies auch werden wollen, durch den Park. Die Grüppchen werden von Touristen gekreuzt. Die zücken Kameras, stehen staunend vor den Backsteingebäuden, hinter denen die künftige Elite geschult wird.

Harvard - auch das Denkmal auf dem Sockel - ist eine Attraktion. Und das nicht nur für die Söhne und Töchter, deren Väter Tausende von Dollar pro Semester hinblättern. Eine der weltberühmtesten Universitäten lockt auch immer mehr Touristen an. "Auch weil es um den Harvard Square immer mehr kleine Geschäfte und Kneipen gibt", erzählt Raghida. Die Libanesin arbeitet hier in einem Institut für Chemie.

Standesgemäß tafeln

Auch sie trifft täglich neben ihren Studenten Gaukler, Artisten, Künstler - und auch Überlebenskünstler. Ein Schachmeister mit altem Strohhut und mürrischem Gemüt bietet für zwei Dollar eine Übungsstunde an. Irgendwie hat hier alles mit Denken und Lernen zu tun.

Knapp 100 000 Einwohner zählt Cambridge im Norden Bostons. Der Flecken nördlich des Charles River ist eine eigene City. Nur allzu gern würden sich die Bostoner Stadtväter die Universitätsstadt einverleiben. Doch mit Harvard und der zweiten weltberühmten Universität, dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den Stadtmauern, lässt sich wunderbar wuchern. Auch mit der Memorial Hall of Civil War.

Vier Kilometer Geschichte

Etwa 300 Meter vom Harvard Square entfernt ragt dieses Gebäude in den Himmel. Ein kirchenähnlicher Bau. Drinnen kleine Räume, auch eine Mensa ist mittlerweile untergebracht. Man tafelt hier standesgemäß.

Anmerkung: Die Mensa ist riesig, keine Spur von kleinen Räumen! Was gemeint ist, ist die Memorial Hall, die im Gebäude untergebracht wurde. Die Mensa ist normalerweise nicht für Touristen zu betreten und man wird unweigerlich direkt rausgeschmissen, sollte man es dennoch versuchen. Der Teil, den man besichtigen kann, ist der hintere Teil. Dieser ähnelt eher einer Kirche, nur dass der Altar fehlt. Wenn man im hinteren Teil dann durch das Fenster in der Türe schaut, dann kann man einen Blick auf die Mensa erhaschen, ohne direkt herausgeschmissen zu werden, denn der Ausgang ist weniger stark bewacht...

Der Campus ist größer und grüner als anderswo. Das Studentenvolk sowieso bunter. Es gibt hier zehn Fakultäten mit 160 Studienrichtungen. Mehr als 40 Nobelpreisträger drückten hier die Uni-Bank. Derzeit gibt es fast 20 000 Studenten.

Und die zieht es manchmal natürlich auch hinüber über den Charles River nach Boston, zur wohl europäischsten aller amerikanischen Metropolen. Obwohl, die Stadt selbst zählt vielleicht einmal 650 000 Einwohner, der Rest von etwa zwei Millionen hat sich im Umland niedergelassen. Boston ist wirtschaftlich stark, junge quirlige Firmen siedeln sich hier an. Boston lässt sich dennoch nicht verbiegen, widerlegt voll und ganz das Klischee, die da jenseits des großen Teichs hätten keine Geschichte.

In Boston sind die Spuren immer noch deutlich. Im wahrsten Sinne des Wortes auf dem vier Kilometer langen Freedom Trail, dem Weg der Freiheit. Eine rote Linie, aufgemalt oder mit roten Backsteinen gepflastert, führt durch die City.

Im Boston Harbour erinnert ein Museum an den erbitterten Krieg zwischen Mutterland und den nach Unabhängigkeit Strebenden in der Neuen Welt. Im Dezember 1773 kippten die Einheimischen Tee aus England wegen der hohen Zölle ins Wasser. Die "Boston Tea Party". 1776 vertrieb George Washington die englischen Truppen endgültig aus der Stadt. Erinnerungsstücke und Dokumente zeichnen das Ereignis nach.

Weiter geht es zur Faneuil Hall, wo sich einst die "Revoluzzer" trafen, und danach zum Quincy Market, wo schon vor Jahrhunderten kräftig gehandelt wurde. Stattliche Gebäude säumen den Weg, wie das Old State House oder Massachusetts State House. Von Letzterem ist schon von weitem seine goldene Kuppel zu erkennen. Hier wird Politik gemacht, genauso wie im Viertel dahinter. Zumindest hat dort John Kerry, US-Präsidentschaftskandidat der Demokraten von 2004, hier seine luxuriöse Stadtvilla. Im Kampf ums Weiße Haus verwies er auch immer wieder auf seine Bostoner Herkunft. Ohne Erfolg, nur allzu gerne hätten die meisten der Leute hier einen der ihren in Washington am Ruder gesehen.

Kitschige Schwanenboote

Wahrscheinlich auch die jungen Leute, die nicht weit entfernt davon im Common Park diskutieren. "Unseren kleinen Central Park", nennt Raghida die ausgedehnte Grünanlage. Den New Yorkern haben sie schon mal voraus, dass es sich um den ältesten Park der USA handelt. Früher wurden dort Todesurteile vollzogen, heute tobt hier das Leben. Abkühlung verschafft der Frog-Pond. Ein fast nur knöcheltiefer See, den die Kids lieben. Etwas weiter unten kreisen Schwanenboote durchs Wasser. Auch Raghida findet's "ein bisschen kitschig". Dennoch: An Sommertagen, erzählt sie, sei das der totale Renner.

Dahinter beginnt das edle Boston. In der Newbury Street ist der Reichtum zu Hause. Wie eine Lebensader zieht sich die Straße durch die Innenstadt. Edle Cafés, Galerien, Boutiquen wechseln sich ab. Dann steht die Trinity Church im Weg. Auch da zeigt sich, dass sich in Boston Moderne und Historie bestens vertragen. Der sakrale Bau spiegelt sich komplett im John Hancock Tower, dem mit gut 220 Metern höchsten Gebäude der City. Der Glaskasten spendet dem Steinbau Schatten. Wenn John Harvard von Cambridge herüberschauen könnte, es würde ihm auch gefallen.

Posted by Daniel Osterkamp at 10:03 | Comments (0) | TrackBack

06.08.05

Apple Store Eröffnung in Boston

Heute morgen war ich per Zufall in einer Einkaufsmall in Boston und bin über eine ellenlange Schlange gestolpert. Nein, kein Kriechtier, welches durch die Mall schlängelte, es war eine Menschenkette von guten 300 Metern, die eigentlich einmal um den Block führte. Der Grund: Es wurde ein neuer Apple Store im South Shore Plaza eröffnet.

Gut, dachte ich mir, stellste dich mal in die Schlange, denn es gibt ja immer ein paar Geschenke. Als dann gegen 10 Uhr der Laden geöffnet wurde ertönte erstmal großer Applaus und dann ging es los im Gänsemarsch in den Apple Laden.

Wenn man bedenkt, dass der Konsumeransturm bereits in den Aktienpreisen eingepreist ist, dann gilt auch hier: Wie soll man das noch toppen? Eventuelle Zeit die Aktie zu shorten. Nunja, aber das ist ein anderes Thema. Die Kasse klingelte auf jeden Fall und für die ersten 1000 Besucher gab es auch gratis T-Shirts mit dem Aufdruck South Shore und Designed by Apple in California. Leider alle in XL für XL - Amerikaner.

Auf der Internetseite von Macrumors gab es sogar Fotos von der Eröffnung, die ich hier mal crossgelinkt habe. Wer ganz genau hinschaut, der erkennt mich sogar auf einem der Fotos in der Schlange (um eines vorwegzunehmen es ist nicht der Shop Different Typ ;-) ).

Bilder der Eröffnung des Apple Store South Shore Plaza

Apple Store South Shore Plaza Inside Line before apple store opening, shop different Daniel Osterkamp in line of waiting people

Posted by Daniel Osterkamp at 15:45 | Comments (0) | TrackBack

23.07.05

Freedom Trail Boston

Heute ist Wochenende. Neben den vielen Hausaufgaben habe ich das schöne Wetter heute mal genutzt, um mit Jan, der gestern in Boston angekommen ist ein bisschen die Stadt zu erkunden.

Da bietet es sich doch an, den Freedom Trail zu folgen, der so gut wie alle sehenswerten und kulturellen Punkte in Boston abhakt. Freedom Trail klingt nach Freiheit. Wenn man es sich recht überlegt ist die Route auf dem Boden in Boston aufgezeichnet und man folgt quasi einer roten Linie durch die Stadt und läuft dabei alle möglichen Punkte ab. Der Startpunkt ist die Touristeninformation an der Ubahnstation Park Street. Dort stolpert man förmlich über die rote Linie auf dem Boden. Endstation ist dann auf der anderen Flussseite weiter nördlich beim Bunker Hill und beim Monument des Schlachtfeldes in Boston.

Der Freedom Trail führt an 16 Sehenswürdigkeiten vorbei. Diese wären:

  1. Boston Common (hier wird im Sommer ein kostenloses Shakespeare Theaterstück im Park vorgeführt)
  2. State House (siehe Foto - das mit der goldenen Kuppel)
  3. Park Street Church
  4. Granary Bury Ground (siehe Foto)
  5. Kings Chapel
  6. Benjamin Franklin Statue (siehe Foto)
  7. Old Corner Bookstore
  8. Old South Meeting House Monument
  9. Old State House (siehe Foto)
  10. Boston Massacre Site
  11. Faneuil Hall
  12. Paul Revere House (siehe Foto)
  13. Old North Church
  14. Copp´s Hill Burying Ground
  15. USS Constitution (siehe Foto)
  16. Bunker Hill

Die Bilder vom Freedom Trail in Boston City - Klick zum betrachten

Posted by Daniel Osterkamp at 19:14 | Comments (0) | TrackBack

16.07.05

Manchester by the Sea

Hallo!

Heute habe ich dann mit einer weiteren Studentin von Harvard einen Tag am Strand verbracht. Sie kannte sich relativ gut aus, da Verwandte von ihr direkt in der Nähe wohnten.
Also ging es auf zur U-Bahnstation North Station, wo man direkt in die Commuter Rail Trains wechseln kann. Von North Station kauft man ein Zone 6 Ticket und fährt bis Manchester by the Sea. Dort angekommen immer der Masse nach. Nach ein paar Minuten Fussmarsch waren wir dann am Strand, der seltsamerweise gepfiffen hat, wenn man drüber gelaufen ist. Deshalb heisst der Strand auch "Singing Beach". Also einfach danach fragen und ihr werde hingebracht.

Interessasnterweise wurden wir dann von den Bekannten eingeladen, bei denen vorbeizuschauen. Zumal Sie grade auch Besuch von weiter entfernt wohnenden Verwandten hatten, so dass Sie dann mal eben kurz Hallo sagen wollte. Also nix wie hin und weg vom Strand.

Nach weiteren 10 Minuten Fussmarsch waren wir dann da. Imposanter Bau im alten englischen Stil und ein recht großer Garten und generell sehr schön anszusehen. Von der Küche hatte man dann den perfekten Meerblick auf die grade stattfindende Segelregatta. Wow, das war schon sehr imposant, aber es sollte noch besser kommen: Ging man in den Garten, so konnte man ein paar Felsen herunterklettern und schwubbs war man auf einem kleinen Privatstrand/Bucht, wo wir dann erstmal ne Runde schwimmen waren. Ja, also so könnte ich mir schon mein Sommerhaus vorstellen und wenn man so ein Haus incl. der Lage haben wollte, dann wäre man bestimmt ein paar Millionen los. Jedoch wäre so ein Anwesen hier nicht so teuer, da die Landpreise relativ gering sind. Das ganze liegt dann ca. eine Stunde ausserhalb von Harvard im Norden von Boston.

Jetzt kann ich verstehen, dass einige sagen, man sollte nach Cap Cod (oder wie es sich schreibt). Aber das war schon imposant. Mal sehen, ob ich noch da hin komme, oder ob ich von Chinatown mit dem Chinesenbus für 25 Doller (return!) nach New York fahre... Letzteres klingt auch sehr sehr interessant!

Also mal sehen, was noch kommt. Auf jeden Fall erstmal am Montag der Mid-Term! Deshalb ist der Study-Break auch nun zu Ende...

Posted by Daniel Osterkamp at 19:51 | Comments (0) | TrackBack

15.07.05

Rücksichtsvolle Autofahrer

Hier in Boston oder in der Umgebung ist das Verhalten der Autofahrer sehr sehr bemerkenswert. Läuft man in Deutschland auf dem Bürgersteig, so kann es einem passieren, dass man komplett durch eine von einem Auto, welches durch eine Pfütze fährt, ausgelöste Wasserladung geduscht wird. Hier scheint die Welt anders. Steht man hier am Straßenrand und möchte die Straße überqueren, so halten die Autos freiwillig an und lassen einen passieren, selbst wenn die Fussgängerampel Rot und die Autoampel grün zeigt. Würde man dieses Verhalten in Deutschland praktizieren, so wäre ich sicher, dass es erstens eine Menge Auffahrunfälle gibt, weil irgend ein Auto anhält obwohl es Grün ist, um einen Füssgänger, der auf Grün wartet, über die Straße zu lassen, obwohl rot ist.
Als Fussgänger ist man dann erstmal total perplex, weil die Autos auch nicht weiterfahren, sondern sich ein kleiner Stau bildet und trotz hupen der anderen Verkehrsteilnehmer so lange gewartet wird, bis man die Straße überquert hat, obwohl man überhaupt nicht rüber will.
Wozu setzt man dann noch Ampeln an die Straße, wenn keiner auf die Verkehrszeichen achtet?!
Als Deutscher rechnet man, dass man direkt plattgefahren, beschimpft oder sonstwas wird, wenn man bei vollem verkehr einfach bei rot über die Straße geht.

Sicherlich sollte man hier auch die Verkehrsregeln befolgen, jedoch wird wesentlich mehr Rücksicht genommen, wie mir scheint.

Posted by Daniel Osterkamp at 14:19 | Comments (3) | TrackBack

18.06.05

Boston die 8 dreckigste Stadt Amerikas

Wie ich grade in einem Ranking lese ist Boston die am acht dreckigste Stadt Amerikas.
Naja, sagen wir so, es hätte auch schlimmer kommen können, wenn ich zur Columbia gegangen wäre, denn New York, wie kann man es auch anders Vermuten, liegt - Überraschung! - auf Platz zwei direkt hinter Chicago.

Wer sich das komplette Ranking ansehen möchte, der kann es hier nachlesen.

Posted by Daniel Osterkamp at 05:32 | Comments (1) | TrackBack